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Bienenfleiß ist sprichwörtlich, ihr hierarchisches Zusammenleben vorbildlich und ihr Honig äußerst schmackhaft und gesund. Bienen gehören nicht nur zur Natur, sondern auch zur menschlichen Kultur. Etwa 90 Prozent der gesamten Befruchtung in der Natur wird von Bienen übernommen. Doch werden wir in Zukunft auch noch - wie jetzt im Frühling und Frühsommer - Blumen und Obstbäume in prachtvoller Blüte erleben? Albert Einstein sagte einst: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr." Pestizide wie Glyphosphat und Neonicotionide und vor allem der Einsatz von Grüner Gentechnik sorgen dafür, dass die Biene eine aussterbende Tierart sein wird, wenn nicht eine Rückbesinnung auf naturverträgliche Landwirtschaft erfolgt. Der Ökoverband Naturland schreibt in einer Mitteilung: „Die globale Agrarpolitik und die Lebensmittelindustrie tragen eine große gesellschaftliche Verantwortung. Die Gentechnik bedroht neben Böden und Artenvielfalt auch die Existenzen vieler Menschen und ihrer Familien." Bienen und andere Insekten unterscheiden nicht zwischen gentechnisch manipulierten Pflanzen und Blüten. Da GVO-Pflanzen jedoch ihre im Labor injizierten Insektengifte permanent ausstoßen, verenden Bienen schnell nach dem Kontakt mit ihnen. 2006 begann eine erste große Sterbewelle, in einigen Bundesländern gingen bis zu 80 Prozent der Völker verloren. Mittlerweile wurde der „Zusammenbruch der Kolonien" zu einem globalen Problem. Neben Amerika und einigen europäischen Ländern klagen auch Ägypten, Mexiko, Japan und China über große Verluste, im Nahen Osten liegt die Sterbequote der Bienen laut einer UN-Studie sogar bei 85 Prozent. Für Deutschland gibt es kaum glaubwürdige Auskünfte, da das „Bienen-Monitoring" größtenteils von jener Chemie-Industrie kontrolliert wird, die man mit ihren Pestiziden als Hauptursache des Bienensterbens sieht. Wir Praktiker sehen jedoch unsere Bienen sterben. Auch wirtschaftlich bringt Gentechnik den Imkern großen Schaden. Enthält Honig Spuren von gentechnisch veränderten Pollen, darf er nicht verkauft werden und muss entsorgt werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof 2011. Was für die Verbraucher im Sinne der Lebensmittelsicherheit sinnvoll ist, stellt die Imker auf eine harte Probe: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied Ende März 2012, dass Imker keinen Anspruch auf staatlichen Schutz gegen genveränderte Pflanzenteile im Honig haben. Geklagt hatte ein Imker, in dessen Nachbarschaft der Freistaat Bayern - vor dem inzwischen durch Bundesagrarministerin Ilse Aigner verhängten Anbau-Verbot - ein Versuchsfeld mit dem GVO-Mais Mon810 der Firma Monsanto angebaut hat. Pollen von diesem Feld haben den Honig verunreinigt. Scharfe Kritik am neuen Urteil kommt vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft: „Das Urteil zeigt, dass Imker und ebenso Bauern keinen ausreichenden Schutz vor Gentechnik-Kontamination haben", so Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein. „Von den etwa dreißig zur Zulassung zum Anbau angemeldeten Gentechnikpflanzen ist kein Nutzen für die Gesellschaft erkennbar." Auch der Bund Naturschutz schießt scharf: „Wir sehen in dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs unsere Befürchtungen bestätigt, dass Imker und Landwirte den Interessen der Gentechnikkonzerne schutzlos ausgeliefert sind", so Landesvorsitzender Hubert Weiger. Gentechnik bringt keine Verbesserungen für die Landwirtschaft, sondern Risiken, die noch nicht ausreichend erforscht sind. Profitieren werden davon nur die großen Agrarindustriekonzerne, die mit ihren Patenten auf Leben und den daraus folgenden Lizenzen die Welternährung beherrschen wollen. Nicht industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und Gentechnik ist der Schlüssel für die weltweite Nahrungssicherheit, sondern bäuerliche Landwirtschaft und Artenvielfalt. Jeder sollte sich bei den nächsten Wahlen selbst ein Bild machen, welche Parteien konzernfreundlich und welche verbraucherfreundlich sind.
Georg Obermüller, Wall-Höhenstein Biobauer im Austrag und Imker
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