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Regionale Wertschöpfung - Öko-Modellregion Miesbacher Oberland - Neue Bio-Zertifikate im Landkreis Miesbach

Der Bio-Markt wächst und der Landkreis Miesbach ist – nach wie vor – Vorreiter in ganz Deutschland: führend mit 40 % Bio-Landwirtschaft und Bio-Fläche. Dabei sind es nicht nur die Lebensmittelerzeuger, wie Landwirte, Imker und Gemüsegärtner, die auf Bio umstellen, auch verarbeitende Betriebe erhöhen ihren Bio-Anteil. Die Regionalentwicklung Oberland (REO) unterstützt solche Projekte auch über den Kleinprojektefonds der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland (ÖMR).

Seit 2025  erweitert beispielsweise die Kaffeerösterei Rafaels/ allespresso in Hausham ihre Bioschiene. Christian Schmid hat mit Unterstützung der ÖMR-Förderung in eine neue Kaffeewaage und Abfüllanlage mit Tütenverschweißgerät für seine Bio-Linie investiert. Die neue Anlage ermöglicht ihm eine effizientere Verarbeitung und die Steigerung des Bio-Kaffee-Anteils beim Verkauf. Schmid’s Kaffee ist auch in vielen anderen regionalen Läden erhältlich und natürlich im Onlineshop unter www.allespresso.de.  
Den Erlhof in Aufham bei Irschenberg haben Uschi und Vitus Auer nun auch biozertifizieren lassen. Ein weiterer Schritt der Neuausrichtung des Betriebs im Rahmen der Generationenübergabe. 2018 sind sie mit Hilfe der ÖMR und einem Genussrechtsprojekt in die Direktvermarktung eingestiegen. Sie haben einen Laufstall gebaut und mit der Mutterkuhhaltung von Pinzgauern begonnen. Die Herde ist seitdem von vier auf 20 Tiere gewachsen. Pro Jahr wird das Fleisch von sechs Tieren ab Hof vermarktet. Am Anfang betrieb Uschis Vater parallel noch den Milchviehbetrieb, welcher nach und nach verkleinert wurde. Nach der Hofübergabe wurde der Milchviehbetrieb dann 2024 komplett eingestellt und seit Anfang 2026 sind die Direktvermarkter nun Bio-Zertifiziert. Die Vermarktungstermine im Frühjahr und Herbst findet man unter www.miesbacher-weidefleisch.de. 
Mit der offiziellen Bio-Zertifizierung für ihren Gasthof geht auch Martin Mairhofer jun. aus Fischbachau den Weg des regionalen Einkaufs weiter. Schon seinen Eltern Karin und Martin Mairhofer war der Einsatz regionaler Lebensmittel wichtig. Bio-Rindfleisch von Oberland Bioweiderind gibt es beim Gasthof Mairhofer nun schon seit eineinhalb Jahren. Mit der neu erhaltenen Bio-Zertifizierung können sie nun alle Bio-Zutaten und -Gerichte auch als solche ausloben und bewerben.  
Stephanie Stiller von der ÖMR freut sich über den konsequenten Weg des jungen Kochs: „Er kocht from nose to tail – also alles was am Rind dran ist – von der Nase bis zum Schwanz. Die Ganztierverwertung war in der Gastronomie früher üblich und heute kommen die ersten Köche wieder zu dieser Form der Kochkunst zurück. Ich finde man kann es schon als Kunst bezeichnen, denn nicht mehr alle Köche lernen in der Ausbildung alle Teile von einem Tier zu vielen verschiedenen schmackhaften Gerichten zuzubereiten. Es bedarf auch etwas mehr Planung im Einkauf.“  
Juniorchef und Koch Martin Mairhofer jun. sieht das positiv: „Wer ein halbes Rind kauft, hat in der Küche und auf der Karte eine enorme Vielfalt – vom Suppenfleisch, über Sauerbraten bis hin zu feinem Rindergulasch und das Filet ist auch dabei. Der Gastronom muss bereit sein die Speisekarte täglich zu wechseln und die Gäste müssen wieder vielfältiger bestellen – also auch mal ein Gericht mit Rinder Innereien probieren.“  
Damit gelingt ein Kreislauf, der sich für alle Beteiligten lohnt: Regionale Wertschöpfung beim Landwirt, Metzger, Gastronom und mehr Tierwohl für die Rinder. Bei seinen Bestellungen über Oberland Bioweiderind bekommt Mairhofer ohnehin wieder Fleisch von seinen Nachbarbetrieben aus Bayrischzell und Fischbachau. Für dieses Engagement erhält er in den ersten drei Jahren für die Bio-Zertifizierung eine gestaffelte Förderung seitens Oberland Bioweidrind e.V.. Der Gasthof Mairhofer hat Mittwoch und Freitag bis Sonntag über Mittag und ab 17.30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.gasthof-mairhofer.de.